3 Dinge, die du im Winter mit deinem Pferd machen kannst

Es geht nichts über einen Ausritt im Winter, wenn der Schnee im Galopp nur so um die Hufe staubt und die Sonne  alles glitzern lässt. Doch diese Tage sind rar im Winter, nicht immer zeigt sich die Sonne und die Wege sind meist vereist, ganz abgesehen von unseren Zehen, von denen wir besser jeden Gedanken ablenken. Doch was macht man dann mit seinem Pferd? Einfach stehen lassen und schnell wieder zurück in die wohlige Wärme des Heimes flüchten? In diesem Artikel möchten wir dir gerne drei Möglichkeiten aufzeigen, die du auch im Winter mit deinem Pferd probieren kannst. Abgesehen davon, dass es dir nicht so schnell kalt wird, verbesserst du damit auch noch die Beziehung zu deinem Pferd. Natürlich kannst du diese Übungen nicht nur im Winter machen, zu jeder anderen Jahreszeit sind sie mindestens genauso schön. Vielleicht wird dir die ein oder andere Möglichkeit etwas seltsam vorkommen, aber wir laden dich trotzdem ein, sie auszuprobieren. Denn wie du weißt, ist es etwas anderes, ob man sich etwas nur vorstellt, oder wirklich macht. Denke nur ans Küssen, auch wenn man versucht sich einen richtig guten Kuss vorzustellen, ist es doch ein komplett anderes Gefühl und Erlebnis, wenn du ihn wirklich erlebst, mit all deinen Sinnen.

 

Gehe mit deinem Pferd spazieren

Dieser Punkt mag für dich nicht sonderlich visionär klingen und vielleicht ist das auch schon dein Plan B für den Winter. Abgesehen davon, dass bei dieser Variante deine Füße sehr wahrscheinlich warm bleiben (außer du hast nasse Füße, weil deine Schuhe schon wieder undicht sind ;) ) kannst du den Spaziergang natürlich noch ein wenig aufmotzen. Z.B.

 

1. Lasse dein Pferd bei jeder Wegkreuzung und insgesamt mal entscheiden, wo ihr hingeht.

Vielleicht bleibt dein Pferd ziemlich bald stehen und wühlt mit der Nase im Schnee. Lasse dies eine Weile geschehen und beobachte dein Pferd, während du deine Gedanken, wie Schneeflocken langsam und zart durch deinen Kopf treiben lässt. So gibst du deinem Pferd das Gefühl, dass auch es mal an der Reihe ist und seine Wünsche von dir akzeptiert und gesehen werden. Bevor es dir zu kalt wird, lade dein Pferd ein weiterzugehen. 

Wenn ihr an einer Kreuzung ankommt, nehme dich zurück und überlasse deinem Pferd die Wahl. Es gibt bestimmt Pferde, die immer den kürzesten Weg nach Hause einschlagen :D, aber im Winter ist das ja in Ordnung und wenn es so ist, können wir auch mal darüber nachdenken, wieso das so ist. 

 

2. Was machen deine Gedanken? Achte auf deine Körperwahrnehmung.

Achte, während du mit deinem Pferd spazieren gehst, auf deine Gefühle und Gedanken. Konzentriere dich nur auf dich. Stelle dir die Frage, was fühle ich gerade? Alles darf auftauchen, versuche deine Empfindungen nicht zu bewerten. Du kannst auch ab und an stehenbleiben und die Augen schließen, auf deinen Atem achten und deine Gedanken beobachten. Vielleicht werden Dinge aus deinem Alltag auftauchen, die du gleich wieder in eine Schublade irgendwo ganz hinten in deinem Gehirn zurückstopfen willst, versuche sie mal genauer zu betrachten. Ganz neutral, als würden sie nichts mit dir zu tun haben. Stell dir vor, diese Gedanken sind  ein Museumsstück in einer Vitrine. Im Geiste kannst du um sie herumgehen und von allen Seiten betrachten. 

Genieße einfach nur die Stille des Waldes und die  gleichmäßigen Schrittgeräusche. Nimm dir diese Zeit für dich, alles außerhalb ist unwichtig. Es geht jetzt nur um dich! Diese Übung funktioniert übrigens auch ohne Pferd wunderbar.

 

Du willst immer inspiriert sein und unsere neusten Infos und Tipps erhalten? Dann trage dich in unseren Newsletter ein.

3. Heubad mit Pferd

Ein besonders schönes Erlebnis ist ein Heubad. Je nach Gegebenheiten an deinem Stall, kannst du es dir entweder direkt in einen kleinen Heuhaufen an der Futterstelle, in einer Weidehütte oder in der Box bequem machen oder du kannst dein Pferd auch gesondert irgendwo hinstellen, wo ihr euch wohl fühlt. Hole dir so viel Heu, dass du dich bequem hineinlegen und dich damit zudecken kannst. Aus Sicherheitsgründen achte darauf, dass du entweder mit deinem Pferd alleine bist, oder alle Pferde sehr gut kennst und kein Pferd auf dich tritt. Wir empfehlen dies am besten z.B. hinter einem Fressgitter in Sicherheit vor den Pferdehufen zu probieren. Bitte lege dich nur mit sauberen Schuhen ins Heu!


Warum ist das so schön?
Dein Pferd wird das Heu fressen in dem du liegst und dich währenddessen ab und an sachte mit der Nase anstupsen, oder dir seinen warmen Atem ins Gesicht pusten. Das kitzelt angenehm und ist fast, wie eine ganz zarte Massage. Das gleichmäßige kauen deines Pferdes, wirkt fast schon hypnotisch und dein Gehirn wird sich entspannen, Gedankenkreise werden zum erliegen kommen, vielleicht gleitest du in Tagträumen ... Jedenfalls wirst du dich körperlich und geistig wunderbar entspannen und abschalten können. Außerdem finden wir, die Pferde verströmen beim Fressen eine unglaubliche innere Ruhe und Stille, in der wir baden können. Es ist auch immer wieder spannend die Perspektive zu wechseln und seine Pferd aus einem ganz anderen Winkel zu betrachten, vielleicht entdeckst du ja etwas Neues an deinem Pferd, z.B. eine Schnippe auf der Unterlippe? Auch ein großer Vorteil: Das Heu wärmt deinen Körper und dick eingepackt im Heu zu liegen ist sehr weich (Kapuze nicht vergessen ;) )

 

Viel Spaß beim auszuprobieren! 
Deine Schiromi

 

P.s.: In unserer Gruppe "Dein bewusster Weg mit Pferden" kannst du uns gerne von deinen Erfahrungen mit den Übungen berichten, oder vielleicht hast du auch noch andere Idee zu dem Thema? Wir freuen uns natürlich auch über eine Nachricht von dir über E-Mail, oder Facebook :)

Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    Birgit (Sonntag, 04 März 2018 18:02)

    Danke für diesen Post. Habe ihn gerade zufällig gelesen. Zufällig?
    Meine alte Dame meckerte kürzlich ich würde sie zu wenig bewegen. Also heute wieder los gestapft. Gekommen 50 Meter. Erster stopp. Geärgert. Geschimpft.
    Warum nicht akzeptieren? Wenn 50 Meter dann 50 Meter.
    Ich werde drüber nachdenken.

  • #2

    Andrea von Medizinpferde (Dienstag, 06 März 2018 09:57)

    Es ist in deinem Fall wirklich ein gute Idee, einmal loszugehen in dem Bewusstsein, dem Pferd diesen Spaziergang zu schenken und zu schauen: Was macht das mit mir, wenn ich die Führung abgebe? Aber natürlich ist es wichtig, dass du die Entscheidung dazu triffst, dass dein Pferd jetzt die Wahl hat. So, wie ich es verstehe, seid ihr beim Spazierengehen im Kampf miteinander, du möchtest weitergehen, das Pferd nicht. Wenn du ihm nicht ausdrücklich die Erlaubnis gibst, sollte dein Pferd dir folgen und nicht den Kopf durchsetzten. Dein Pferd ist aber auch dein Spiegel, wenn ihr einmal wieder im Konflikt seid, frage dich, wo in einem Leben du innehalten solltest oder an was dich diese Situation in deinem Leben erinnert.