Warum sich die Nähe von Pferden so tief beruhigend anfühlt: In 90 Sekunden zur Ruhe kommen

Wusstest du, dass Achtsamkeit kein mentales Training ist, sondern ein Zustand des Nervensystems?

 

Und dass Pferde diesen Zustand ständig leben, während wir Menschen ihn mühsam suchen? Dein Nervensystem unterscheidet nämlich nicht zwischen „Meditation“, „Spaziergang“ oder „still neben einem Pferd stehen“. Es reagiert nur auf eines: Präsenz. Und genau hier werden Pferde zu außergewöhnlichen Lehrern.

 


Warum Pferde so kraftvolle Achtsamkeitslehrer sind

Pferde leben permanent im gegenwärtigen Moment. Sie sind nicht in Gedanken bei gestern oder morgen. Sie reagieren auf das, was jetzt ist.

Wenn du dich in die Nähe eines Pferdes begibst, geschieht oft folgendes: 

 

Dein Nervensystem beginnt, sich an diesem Zustand zu orientieren, d.h. der Körper wird ruhiger, die Atmung verändert sich und innere Anspannung lässt nach.

 

Ein Grund dafür ist das starke Herzmagnetfeld des Pferdes. Es ist deutlich größer als unseres und wirkt auf Herzrhythmus, Atmung und innere Spannung. Pferde regulieren also ohne Worte.

 

Diese Fähigkeit macht Pferde zu außergewöhnlichen Partnern im Coaching und in der Achtsamkeitsarbeit.

 


Dein Nervensystem braucht Orientierung

Wenn dein Nervensystem Stress erlebt, passiert etwas sehr Typisches.

 

Deine Aufmerksamkeit wandert zu Gedanken(kreisen), Sorgen und innerer Anspannung. Regulation entsteht, wenn dein Nervensystem wieder Orientierung im Hier und Jetzt findet.

Regulation entsteht genau dann, wenn diese Orientierung wieder aufgebaut wird.

 

Viele körperorientierte Methoden nutzen dafür drei zentrale Zugänge: Körperwahrnehmung, Sinneswahrnehmung und Atem. Wenn diese drei Bereiche gleichzeitig aktiviert werden, entsteht ein klares Signal für dein Gehirn.

 

Die Situation ist sicher. Und genau das ist die Grundlage für Entspannung.

 


Die 90-Sekunden-Präsenzübung für dein Nervensystem

Du kannst diesen Zustand selbst erzeugen. Es braucht dafür weder Vorerfahrung noch viel Zeit. Schon wenige Momente reichen aus, weshalb die Übung auch perfekt für den Alltag geeignet ist.

 

1. Stoppe kurz. Egal wo du bist. Setz dich oder bleib stehen.

 

2. Spüre drei Körperpunkte gleichzeitig. Zum Beispiel:

  • beide Füße am Boden
  • dein Becken
  • deine Hände

Diese gleichzeitige Körperwahrnehmung hilft deinem Nervensystem, aus dem Kopf zurück in den Körper zu kommen.

 

3. Öffne deine Sinne und nenne innerlich:

  • 3 Dinge, die du siehst
  • 2 Dinge, die du hörst
  • 1 körperliche Empfindung

 

Damit orientiert sich dein Nervensystem wieder im Raum.

 

4. Atme mehrmals bewusst aus.

Ein längerer Ausatem aktiviert den Teil deines Nervensystems, der für Ruhe und Regulation zuständig ist.

 

Du hast gerade drei Systeme gleichzeitig aktiviert, deinen Körper, deine Sinne und deinen Atem. Damit hast du deinem Nervensystem Orientierung gegeben und wahrscheinlich spürst du jetzt mehr Ruhe und Präsenz, sowie weniger innere Spannung.

 

Und genau das ist der Zustand, den Pferde ganz natürlich herstellen. Denn wenn Pferde ruhig nebeneinander grasen, entsteht genau diese Form von Regulation. Wenn du dich in ihrer Nähe befindest, kann dein Nervensystem diesen Zustand leichter übernehmen. Du musst nichts erreichen oder richtig machen. Es reicht, wenn du da bist.

 

 

Das ist einer der Gründe, warum Begegnungen mit Pferden oft als so tiefgehend und beruhigend erlebt werden.

Pferde reagieren genau auf unser Nervensystem, nehmen feinste Veränderungen, wie Körperspannung, Ruhe oder Unruhe und deinen Atem wahr und sie antworten darauf.

 

Das nennt man Co-Regulation:

Ein Nervensystem hilft dem anderen, sich zu regulieren.

 


Wenn du diese Erfahrung mit Pferden bewusst vertiefen möchtest

Vielleicht hast du beim Lesen oder Ausprobieren der Übung gemerkt, wie schnell sich etwas in dir verändern kann. Wir haben wir zwei unterschiedliche Wege für dich, je nachdem, was gerade besser zu dir passt:

 

 

Gemeinsam erleben mit dem Minikurs

Der Minikurs: Magic Horse Time:  "Zusammen Grasen"

 

Ein Erlebnis, das du zusammen mit einer Freundin, einem Freund oder auch als Coach mit einem Klienten durchführen kannst.

 

Der Kurs führt euch durch einfache pferdegestützte Achsamkeits-Übungen, mit denen ihr erleben könnt, wie Präsenz, Körperwahrnehmung und Nervensystem-Regulation in der Begegnung mit Pferden entstehen.

 

Viele nutzen den Minikurs auch gerne

 

• als Geschenk für Pferdefreunde

• als gemeinsame Erfahrung mit dem eigenen Pferd

• oder als Methode für Coaches und Trainer, um die pferdegestützte Übungen in ihr Portfolio aufzunehmen.

 

Mehr Infos findest du hier:


Noch tiefer eintauchen im Selbstcoachingprozess

Der Selbstcoachingkurs "Entfalte dein Potential"

 

Wenn du ein eigenes Pferd hast, kannst du diesen Weg auch alleine mit deinem Herzenspferd gehen.

 Der Selbstcoachingkurs führt dich Schritt für Schritt durch einen inneren Prozess, der sich an der einer etablierten Struktur eines Transformationsprozesses orientiert.

 

Du arbeitest dabei mit Übungen, Reflexionsfragen und Begegnungen mit deinem Pferd und nutzt seine Reaktionen u.a. als Spiegel für deine eigene Entwicklung.

 

Mehr Infos findest du hier:


Achtsamkeit neu verstehen

Vielleicht verändert sich mit diesem Blick auch dein Verständnis von Achtsamkeit.

 

Es geht nicht darum, etwas perfekt zu machen.

 

Es geht darum, wieder in Kontakt zu kommen. Mit deinem Körper, dem Moment und vielleicht auch mit einem Pferd.

 

Manchmal beginnt Veränderung mit nur 90 Sekunden Präsenz.

Und manchmal beginnt sie mit einem Pferd, das dir einfach still gegenübersteht.

 

Andrea & Schiromi von Medizinpferde

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